Neujahrsempfang der ev. Kirchengemeinde Waldbröl für Seniorinnen und Senioren am 10.01.2019

Predigten

Gottesdienste

Herrnhuter Losungen

Sonntag, 09. Dezember 2018
2. Sonntag im Advent
Ich bin der HERR, der die Zeichen der Wahrsager zunichte macht und die Weissager zu Narren.
Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind.

Beitragsseiten

Am 8. April 1945 hatte amerikanische Vorhut das Rathaus besetzt. Später folgte englische, zuletzt belgische Besatzung. Die Geschehnisse dieser Monate unterschieden sich im allgemeinen nur wenig von dem, was sich auch sonst im Land ereignete: Ausgehsperre, Beschlagnahme von Häusern, zum Teil auch Plünderung und anderes mehr. Als die Ausgehsperre gemildert und im beschränkten Maße auch die Versammlungsfreiheit wiederhergestellt war, kam das Gemeindeleben langsam wieder in Gang. Die Gemeindechronik berichtet von vielen Versammlungen, die zumeist im Zeichen der Allianz standen, wie überhaupt der Krieg die verschiedenen in Waldbröl nebeneinander bestehenden kirchlichen und freikirchlichen Gemeinden und Gemeinschaften näher zueinander geführt hatte. Eine gute Zusammenarbeit blieb auch in der Folgezeit erhalten. Die Allianzgebetswochen und der Gottesdienst im Grünen am ersten Sonntag im August im Königsbornpark  sind dafür heute die markantesten Zeichen.

Im September konnte unter großer Beteiligung bereits wieder das übliche Missionsfest gefeiert werden. Auch das Reformationsfest 1945 war sehr stark besucht. Bei der Christmette 1945 konnte die Kirche die Menschen nicht mehr fassen. Mittlerweile war das Presbyterium auf Verfügung der provisorischen Kirchenleitung neu gebildet worden, da richtige Wahlen in der NS-Zeit nicht möglich waren. Später wurde das bis dahin aus 14 Mitgliedern bestehende Presbyterium auf 18 Glieder erhöht, weil möglichst viele Außenbezirke im Presbyterium vertreten sein sollten. Bei der Neuwahl im Jahre 1956 wurde erstmalig von der Gemeinde auch eine Frau berufen.

Vom Jahre 1946 an wurden, zum Teil von der Synode, vor allem aber auch von der Gemeinde selbst eine ganze Reihe von Jugendfreizeiten mit  großer Beteiligung durchgeführt. 

Trotz der oft schwierigen Lebensmittelversorgung in der Zeit vor der Währungsreform konnten bis zu 150 Jungen oder Mädchen an den Zeltlagern - zum Beispiel in Herchen/Sieg, in Helmeroth und Rüggeberg - teilnehmen. Erich Kesselmark Mit der Jugendarbeit dieser Zeit sind besonders die Namen der Diakonisse Luise Augustin und des Leiters der Jungschar und des CVJM Erich Kesselmark verknüpft. 

Auch die volksmissionarische Arbeit konnte wieder aufgenommen werden. Jährlich fanden mehrere Evangelisationen in Waldbröl und den Außenbezirken statt.

Die 1894 -1898 erbaute Heil- und Pflegeanstalt hatte bei wechselnden Besitzverhältnissen ihren evangelischen Charakter bewahrt, bis 1937 ihr Verkauf an die DAF erzwungen wurde. Die Rückgabe an die Innere Mission nach dem Kriege scheiterte daran, dass von dieser nicht das nötige Kapital aufgebracht werden konnte, um die vom Oberbergischen Kreis inzwischen in das Haus investierten Gelder abzulösen. Der Kreis besaß ohnehin schon die Hälfte der Geschäftsanteile. So ist aus der ehemaligen Anstalt der Inneren Mission das heutige Kreiskrankenhaus Waldbröl entstanden.

Im Herbst 1952 entschloss sich das Presbyterium zu einer grundlegenden Erneuerung des Inneren unserer Kirche, die Anfang 1953 unter Leitung von Kirchenmaler Schönhagen durchgeführt wurde. Abgesehen von der Beseitigung einiger bedrohlicher Schäden an der Kirchendecke wurde dabei auch dem Kircheninneren ein neues Gesicht gegeben.Erneuerung des Inneren der Kirche

Pastor Günther sagte in seiner Predigt beim ersten Gottesdienst in der erneuerten Kirche am 15. März 1953, durch den veränderten Standort der Kanzel komme sinnfällig zum Ausdruck, dass nicht der Prediger, sondern die Botschaft vom Kreuz Mittelpunkt des evangelischen Gottesdienstes sei. Inzwischen war Pastor Meiswinkel nach 41jährigem aktiven Dienst am 31. Dezember 1952 in den Ruhestand versetzt worden

An seine Stelle trat Pastor Heinz Geldermann, der zuletzt an der Diakonissenanstalt Kaiserswerth tätig gewesen war. Er wurde am 22. Juni 1953 von Superintendent Fach eingeführt.Pfarrer Geldermann

Waldbröl war inzwischen so gewachsen, dass ihm die Stadtrechte verliehen wurden. Seit 1939 war die Einwohnerzahl um rund fünfzig Prozent gestiegen. Viele Menschen, die ihre alte Heimat im Osten hatten aufgeben müssen kamen, um hier eine neue Heimat zu finden. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung betrug damals nahezu zwanzig Prozent. Auch unsere Kirchengemeinde war inzwischen in Waldbröl und in fast 70 umliegenden Höfen auf über 8000 Gemeindeglieder angewachsen. Deshalb beschloss das Presbyterium im Jahre 1954, die Errichtung einer dritten Pfarrstelle zu beantragen. Diesem Antrag wurde von der Kirchenleitung, unter anderem auch im Blick auf die seelsorgerliche Betreuung des großen Krankenhauses mit angeschlossenem Altersheim und Kinderheim und auf die Entwicklung des Waldbröler Schulwesens stattgegeben.

In die dritte Pfarrstelle wurde am 6. November 1955 Pastor Ulrich Sticherling Ulrich Sticherling 1955-1985eingeführt, nachdem er bereits 1952/53 als Lehrvikar bei Pastor Günther in Waldbröl gewesen war. Im Frühjahr 1959 konnte auch für die dritte Pfarrstelle ein in der Nähe des Krankenhauses liegendes Gebäude als Pfarrhaus erworben werden.

Im Jahre 1953 hatte die Kreissynode schon eine hauptamtliche Vikarinnenstelle für den Religionsunterricht an den Waldbröler Schulen (Hollenberg-Gymnasium, Kreisberufsschule und Handelsschule) errichtet, die durch Vikarin Anneliese Neumärker besetzt war.

In den Jahren nach 1953 erlitt die durch den CVJM wahrgenommene männliche Jugendarbeit einen schweren Rückschlag. Der CVJM hatte an der Kirchenhecke unter großem und erheblichem Arbeitseinsatz einen sehr schönen Sportplatz angelegt, und zwar auf ehemaligem Gelände der sogenannten Deutschen Arbeitsfront (DAF). Früheren Zusicherungen entgegen wurde dieses Gelände, als ein Verkauf in Betracht kam, vom Land Nordrhein-Westfalen nicht dem CVJM Waldbröl, sondern einem Düsseldorfer Schullandheim veräußert. 

Durch diesen Verlust ausgelöst,Gemeindehaus Wiedenhof nahm der schon länger gehegte Gedanke eines Jugendheimbaues festere Formen an. Nach gründlicher Vorbereitung durch das Presbyterium wurde im April 1957 mit dem Bau neben dem bisherigen Gemeindehaus begonnen. Die Bereitstellung öffentlicher Zuschüsse half wesentlich zur Vollendung des Baues. Am 26. Januar 1958 erfolgte die Schlüsselübergabe. Im Zuge dieser Neugestaltung war schon im vorhergehenden Jahre der Kindergarten erheblich vergrößert und von Grund auf erneuert worden.

Nachdem 1953 oberhalb der Bitze ein neuer Kommunalfriedhof entstanden war, wurden die beiden alten, fast vollbelegten Friedhöfe am Wiedenhof der Stadt übereignet, die eine Parkanlage daraus gestaltete.Alter WiedenhoffriedhofAlter Wiedenhoffriedhof

 

 

 

 

 

 

Diakonissenarbeit,  Diakonie und Mission in unserer GemeindeNicht unerwähnt bleiben darf der gesegnete Dienst unserer Gemeindeschwestern. Nachdem bei Errichtung der ersten Krankenpflegestation im Jahre 1907 Schwestern aus dem Mutterhaus Salem in Berlin-Lichtenrade den Dienst übernommen hatten, wurden diese im Jahre 1922 von Schwestern aus dem Mutterhaus Hebron in Marburg/Lahn Wehrda abgelöst. Die Zahl der Schwestern stieg nach dem Kriege auf zeitweise acht Diakonissen, von denen vier in den Gemeindekrankenpflegestationen Waldbröl, Helten und Rossenbach, zwei in den Kindergärten Waldbröl und Rossenbach und je eine in der Jugendarbeit und in der Flüchtlingsbetreuung tätig waren. Diese hohe Zahl von Schwesternstellen konnte auf Dauer nicht durchgehalten werden. Doch war erfreulich, dass ein großer Kreis von Gemeindegliedern mit regelmäßigen Beiträgen die Diakoniearbeit mittragen half.

1958 nahm das Blaue Kreuz seine Arbeit in Waldbröl an Alkoholikern auf.

Im Jahre 1955 bildete sich ein Missionskreis unter Federführung von Günther Holzhauer. 1956 erging an den damaligen Waldbröler Vikar und späteren Pastor Dr. Töpperwien der Ruf von der Rheinischen Missionsgesellschaft, auf der Insel Nias die Leitung einer Predigerschule für Eingeborene zu übernehmen. Der Missionskreis sah es als Aufgabe der Gemeinde an, hinter ihm und seiner Arbeit zu stehen und ihn als Patenmissionar der Gemeinde Waldbröl in das Missionsfeld zu entsenden. In einem denkwürdigen Gottesdienst am 23. Februar 1958 in der Waldbröler Kirche nahm Missionsdirektor de Kleine im Auftrage der Rheinischen Mission die Aussendung vor. Im April 1958 konnten einige Glieder unserer Gemeinde Pastor Töpperwien und seine Familie in Amsterdam auf das Schiff begleiten, das ihn nach Indonesien bringen sollte.  Dank des Engagements der Frauenkreise Wurde am 1. November 1962 im Waldbröler Gemeindehaus ein Missionsbasar durchgeführt. Sein finanzieller Erlös - damals 7000,- DM - kam der Missionsarbeit zu Gute. Von da an wurde der „Miba" am 1. November zur heißgeliebten Tradition und zum Markenzeichen der Gemeinde. Sehr zur Freude der Missionsgesellschaft; denn die ihr regelmäßig zugedachten finanziellen Gewinne des Miba haben sich inzwischen um rund 750 % auf über 50.000,- DM erhöht. Zu der Missionsstation in Irian Jaja (Indonesien) bestehen auch persönliche Kontakte, wobei engagierte Gemeindeglieder zu diesem Zweck auch die weite Reise nicht scheuen .

Neue GlockenAn der Jahreswende 1958 konnte das Jubiläumsjahr mit vier neuen Glocken eingeläutet werden, nachdem auch im zweiten genau wie im ersten Weltkrieg - das Geläut dem Krieg zum Opfer gefallen war. Die Glocken sind nach den vier Evangelisten benannt. Ihr Klang soll uns die Botschaft ihrer Inschriften ins Gedächtnis rufen und ins Herz prägen: DER MENSCH LEBT NICHT VOM BROT ALLEIN, SONDERN VON EINEM JEGLICHEN WORT, DAS DURCH DEN MUND GOTTES GEHT. (Matth.4,4 Matthäusglocke) HIMMEL UND ERDE WERDEN VERGEHEN, MEINE WORTE ABER WERDEN NICHT VERGEHEN. (Mark. 13, 31 Markusglocke) SELIG SIND DIE DAS WORT GOTTES HÖREN UND BEWAHREN. (Lk. 11, 28 Lukasglocke) DAS WORT WARD FLEISCH UND WOHNTE UNTER UNS. (Joh. 1, 14 Johannesglocke)