„Ihr seid das Salz der Erde.” (Matth. 5,13)

Liebe Gemeinde!

Im April gab es eine „Gospelchurch“ zum Thema „Salz der Erde“. Aus meinem Impuls dort möchte ich euch hier noch einmal einige Gedanken vorstellen.

In der Bergpredigt sind Texte Jesu festgehalten, die mit den „Seligpreisungen“ beginnen. Jesus spricht dort insbesondere Menschen an, die damals wie heute nicht unbedingt im Mittelpunkt einer Gesellschaft stehen. Er möchte denen Mut machen, die an ihn glauben und nach seinen Worten handeln. Gleichzeitig warnt er sie davor, dass es ihnen, wie den Propheten in früherer Zeit, passieren kann, dass sie verfolgt und geschmäht werden. Dann sagt er die berühmten Worte: “Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten“. Luther übersetzt sogar „wenn nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen?“

Die Zuhörerinnen und Zuhörer, Christen, die ihm nachfolgen, die an ihn glauben, nennt Jesus „das Salz der Erde“. Dazu muss man wissen, dass Salz damals schon zum Würzen aber auch für die Lagerung von Lebensmitteln bekannt war. Es hatte jedoch einen sehr hohen Wert als „weißes Gold“, denn es war schwer zu gewinnen. Die an ihn glauben sind also diejenigen, die helfen können, dass diese Welt ihren Geschmack nicht verliert und nicht ins Verderben stürzt. „Ihr seid das Salz der Erde“ ist eine Aufforderung zu handeln, aber wir sollen uns nicht etwa damit rühmen, wie wichtig wir sind.

Es geht dabei eher ein Stück weit um unsere Gaben, die wir mitbekommen haben. Wer sich Salz anschaut, könnte meinen, „die Körner sind ja alle gleich“. Aber so ist es nicht, sie sind alle unterschiedlich, in Form und Größe, sogar in der Farbe. So ist es auch mit uns Menschen. Vielleicht denkt der eine oder die andere jetzt: „Okay, ich und eine Gabe?“. Aber uns allen sind Gaben mitgegeben worden, Besonderheiten, die uns ausmachen und die wir eben nicht vernachlässigen und „fad“ werden lassen sollen.

Jesus traut uns etwas zu, indem er sagt „ihr seid das Salz der Erde“. Wo würzen wir die Gesellschaft, die Gemeinschaft, unsere Gemeinde? Drohen wir nicht auch manchmal im ganzen Alltagsstress oder Trott „fad zu werden“? So unterschiedlich wie wir sind, so sind auch unsere Gaben und wir sind alle wichtig: So wie Jesus sich um Menschen am Rand der Gesellschaft kümmerte, braucht es diese Menschen auch heute. Es sind die, die von ihrem Christ- bzw. Christin sein erzählen. Diejenigen, die sich einsetzen und barmherzig handeln. Die sich mal einmischen, wenn schlecht geredet wird, diejenigen, die auf Unrecht für Mensch oder Natur hinweisen. Aber es sind auch die Leisen, die einfach mal bei der Nachbarin reinschauen oder in der Familie für Frieden sorgen oder die, die Enkel hüten, damit Mama und Papa arbeiten gehen können oder mal gemeinsam freie Zeit verbringen.

Es gibt viele große und kleine Beispiele und wir können uns gegenseitig dabei wertschätzen und unterstützen. Ich möchte euch ermutigen, dass wir unsere Gaben ausleben und verfeinern und an entsprechender Stelle einsetzten. Damit das „Salz nicht dumm wird“.

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