Frieden

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ihnen geht es womöglich wie mir, ich sehne mich angesichts der Schrecken in dieser Welt nach Frieden. Syrien, die Ukraine, der Südsudan, Burma und jetzt noch Israel. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer auf allen Seiten der Kriege in der Welt.

Persönlich am nächsten kam mir der schreckliche Terrorakt der Hamas gegen Israel. Und beklemmend wurde es und kam unbegreiflich und bisher undenkbar nah, als ich in der Zeitung las, dass jüdische Wohnungen und Häuser mit dem Judenstern gekennzeichnet wurden. Ebenfalls las ich in der Zeitung, dass wer in Frankfurt, Köln oder Berlin und anderswo mit einer Kippa auf dem Kopf gesehen wird Angst haben muss, körperlich angegangen zu werden. Auf vielen Demos scheinen starke Kräfte für die Terrororganisation der Hamas zu sein. Das erfüllt mich mit Sorge. Sind es nur kleine Gruppen unter den arabischstämmigen Zugewanderten oder ist diese Ansicht dort weit verbreitet? Ich weiß es nicht.

Was ich weiß ist, dass wir als Christen ein deutliches Zeichen setzen müssen, dass wir immer für Frieden unter Menschen sind und dass wir ganz besonders mit Israel nicht nur als Deutsche, sondern auch als Christen eine ganz enge Verbindung haben. Sie sind unsere Halbgeschwister im Glauben, wie ich es einmal nennen möchte.

Röm 9, 4ffSie sind doch Israel, das von Gott erwählte Volk. Ihnen gehört das Vorrecht, Kinder Gottes zu sein. Ihnen offenbarte er seine Herrlichkeit. Mit ihnen hat er wiederholt seinen Bund geschlossen. Ihnen hat er sein Gesetz gegeben und die Ordnungen für den Opferdienst zu seiner Verehrung. Ihnen hat er das künftige Heil versprochen. Sie sind die Nachkommen der von Gott erwählten Väter, und zu ihnen zählt nach seiner menschlichen Herkunft auch Christus, der versprochene Retter. … Röm 11,17f Wenn nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden,(Juden) du aber, der du ein wilder Ölzweig bist, (Christen) in den Ölbaumeingepfropft wurdest und Anteil bekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.

So formuliert der Apostel Paulus. Als Christen haben wir deshalb eine ganz besondere Verbindung zum Volk Israel. Das bedeutet, dass wir zusammenstehen als Gottes Kinder. Und konkret heißt das für die Gegenwart, dass wir uns mit Israel und den Israelis, mit den Juden in Deutschland solidarisieren und ihnen zur Seite stehen gegen Angriffe jeglicher Art von Deutschen und von radikalen antisemitischen Zugewanderten. Natürlich fordert das unsere Gesellschaft heraus und zwingt uns zu Antworten. Es ist aber ein Unding, dass auf dem Schulhof einer Waldbröler Grundschule Hakenkreuzen aufgemalt wurden, um, so meine Interpretation, der Judenvernichtung im 3. Reich zu huldigen. Der Antisemitismus ist bereits unter uns. Deshalb brauchen wir Eindeutigkeit. Wir brauchen ein klares Bekenntnisgegen jegliche Art von Antisemitismus. Wer von dem Gott sagt, an den wir Christen glauben, er sei ein Gott des Friedens und der Liebe, der muss dafür kämpfen in unserem eigenen Land nicht überrollt zu werden von Hass und Streit einer Gruppe gegen die andere. Dazu müssen wir als Christen Farbe bekennen. Das bedeutet eindeutig zu sagen, dass wir niemand tolerieren, der hier jüdische Mitbürger in Angst und Schrecken versetzen will.

Die Eskalation in Israel ist schrecklich. Dass Menschen nicht in Frieden miteinander leben können und den anderen immer die eigene Vorstellung der Welt aufzwingen wollen machttraurig. Dass die Terrororganisation Hamas das eigene Volk zum Faustpfandmacht, lässt mich sprachlos werden angesichts dieser Brutalität. Das Leiden der Zivilbevölkerung in Israel wie im Gazastreifen bedrückt wie auch der Blick auf die Opfer der übrigen Kriege. Deshalb möchte ich uns ein Hoffnungswort in schweren Zeiten aus dem Propheten Sacharja vor Augen stellen, Sach. 8, 20ff:

So spricht der HERR, der Herrscher der Welt: »Viele Völker und die Bewohner großer Städtewerden sich aufmachen, sie werden sich gegenseitig aufsuchen und sagen: ›Kommt, wir wollen zum HERRN gehen, dem Herrscher der Welt, um seinen Segen zu erbitten und bei ihm Hilfe zu suchen! Ich jedenfalls werde hingehen.‹ Und so werden große und starke Völker nach Jerusalem kommen, um beim HERRN, dem Herrscher der Welt, Hilfe zu suchen und seinen Segen zu erbitten.« So spricht der HERR, der Herrscher der Welt: »Zu jener Zeit wird man es erleben, dass zehn Männer aus Völkern mit ganz verschiedenen Sprachen sich an einen Juden hängen, seinen Gewandzipfel ergreifen und sagen: ›Lasst uns mit euch nach Jerusalem ziehen! Wir haben gehört, dass Gott auf eurer Seite steht.‹«

Eindeutig, dass Gottes einmal gut werden lässt für sein Volk. Wieviel Leid bis dahin noch geschehen wird, kann ich nicht beurteilen. Unsere Gebete, aber auch unsere persönliche Zivilcourage sollte den Leidenden aller Seiten und Kriege gelten und ganz besonders dem Wohl und angstfreien Leben der bei uns wohnenden Israelis und Juden. Vielleicht sollten wir nicht nur angesichts der aktuellen Ereignisse uns noch einmal klar machen, dass urchristliche Hoffnung ist, dass Jesus Christus, der Messias Gottes, wiederkommt. Darum baten die ersten Christen und schlossen ihre Gebete oft mit dem Wort Maranatha ab, Herr komm bald. Denn woher kommt unsere Hilfe? Unsere Hilfe kommt vom Herr, der Himmel und Erde gemacht hat. (Ps121) Maranatha, Herr, komm bald und schenke Deinem Volk und uns, den eingetropften Trieben wie auch der Welt Frieden.

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